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Die Stadt unter dem Eis

Info, Geschichte • 08.04.2026 • 00:50 - 01:45
Über 50 Jahre nach Schließung von Camp Century brachte eine Expedition im Juli 2017 ein internationales Team von Glaziologen an die Stelle, wo die unterirdische Siedlung einst lag. Sie sollen die Qualität des Polarkreises bestimmen und auf Gefahren durch Rückstände der alten Militärsiedlung untersuchen.
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Der kanadische Glaziologe William Colgan hat als Erster auf die Umweltrisiken durch Camp Century hingewiesen und arbeitet jetzt für das dänische Forschungsinstitut GEUS.
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Der Versorgungstunnel verband die verschiedenen Einrichtungen der Stadt unter dem Eis. Auf dieser Hauptstraße waren auch Raupenfahrzeuge unterwegs, die Personal oder Material transportierten.
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Die Wände der Eishöhlen wurden mit Schaufeln und Motorsägen gebaut. Die Arbeiter schufen so die Infrastruktur für bis zu 200 Soldaten.
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Originaltitel
Camp Century - Die Stadt unter dem Eis
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2019
Altersfreigabe
6+
Info, Geschichte
Camp Century ist eines der verrücktesten Projekte des Kalten Krieges: 1959 beschlossen die USA, eine geheime Militärstadt unter dem Eispanzer Nordgrönlands zu bauen. Die Supermacht wollte Atomraketen auf Grönland stationieren, um einen strategischen Vorteil gegenüber der Sowjetunion zu erlangen. Die Dokumentation "Die Stadt unter dem Eis" gewährt einen Einblick in das Leben der bis zu 200 Soldaten, die sechs Jahre lang in den Tunnelanlagen von Camp Century stationiert waren. Die Bewohner von Camp Century lebten in isolierten Häusern, die eigens für die Arktis entwickelt worden waren. Den "Eissoldaten" fehlte es an nichts: Eine moderne Küche, warme Duschen und sogar eine eigene Kapelle sorgten dafür, dass die Besatzungen monatelange Dunkelphasen im Winter gut überstanden. Für Strom und Wärme wurde ein mobiler Reaktor als Bausatz geliefert, der zu gravierenden Strahlungsproblemen führte. Der damals 18-jährige dänische Pfadfinder Sören Gregersen berichtet aus erster Hand, wie es war, neben einem Atomreaktor zu schlafen. Die Dokumentation thematisiert auch die dramatischen Folgen von Camp Century, die durch die Klimaerwärmung zutage kommen. Denn beim Abzug der US Army aus Camp Century blieben viele Tausend Tonnen Müll, auch radioaktiver Restmüll, unter dem Eis. Glaziologen befürchten nun, dass zum Ende des Jahrhunderts die Überreste von Camp Century an die Oberfläche kommen und über wandernde Gletscher ins Arktische Meer gelangen könnten.