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kulturMONTAG

Kultur, Magazin • 08.06.2026 • 22:30 - 23:16 heute
Peter Schneeberger.
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Clarissa Stadler.
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Martin Traxl
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Originaltitel
kulturMontag
Produktionsland
A
Produktionsdatum
2026
Kultur, Magazin
Frecher Frosch – Tom Neuwirth in der "Fledermaus" an der Volksoper Wien Pünktlich zum "Pride Month" sorgt die Volksoper Wien für Aufsehen. Tom Neuwirth, ehemaliger ESC-Sieger besser bekannt als Conchita Wurst, steht als "Frosch" in der legendären "Fledermaus" auf der Bühne. Es ist eine echte Kultrolle und sicher eine der schillerndsten Figuren des Johann-Strauß-Klassikers. Die Figur des betrunkenen Gerichtsdieners, die eine reine Sprechrolle ist, wird traditionell von prominenten Schauspielerinnen und Schauspielern verkörpert. Etwa von Hans Moser oder Karl Farkas, von Peter Simonischek oder Michael Niavarani, von Stefanie Reinsperger oder Sigrid Hauser. Nun darf man also auf Tom Neuwirth gespannt sein, der wohl eine ganz eigene Note in diesen gemütlichen, korrupten wie tiefenentspannten Charakter bringen wird. Dem Hochprozentigen nicht abgeneigt ist der Frosch trotz oder gerade wegen seines Zustands ein scharfer Beobachter. Als Philosoph und Komödiant bringt er die herrschenden Verhältnisse zwischen Amtsschimmel und menschlichen Schwächen pointiert auf den Punkt. Mit einer modernen, queeren Perspektive will Volksopern-Intendantin Lotte de Beer der Operette frischen Wind einhauchen und gleichzeitig ein klares Zeichen für Vielfalt setzen – gerade in einer Zeit, in der queeres Leben international erneut vermehrt unter Druck gerät. In einer eigens für die Volksoper geschaffenen Textfassung von Jürgen Bauer und Moritz Franz Beichl wird die "Fledermaus" zu einem hochaktuellen, pointierten und humorvoll-bissigen Spiel über Liebe, Identität und gesellschaftliche Normen. Finanzspritze für den Film – Die heiß debattierte Streaming-Abgabe Seit Monaten ringt die heimische Filmbranche mit der österreichischen Bundesregierung um eine Erhöhung des Budgets. Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) versucht seine Koalitionspartner von einer Streaming-Abgabe zu überzeugen, doch ÖVP und Neos legen sich quer. Bei den jüngsten Filmfestspielen von Cannes war der österreichische Film mit drei Produktionen vertreten und zeigte nach der Berlinale einmal mehr die internationale Strahlkraft des rot-weiß-roten Kinos. Die heimische Filmwirtschaft steht unter wachsendem Druck: Steigende Produktionskosten, sinkende Planbarkeit und ein zunehmend internationaler Wettbewerb gefährden die Finanzierung österreichischer Filme und Serien. Gleichzeitig erzielen internationale Streaminganbieter auch hierzulande hohe Umsätze mit audiovisuellen Inhalten, leisten aber bislang keinen ausreichenden Beitrag zur Stärkung der heimischen Produktion. Damit solche Erfolge bei Filmfestivals sowie beim Publikum im Kino und TV auch in Zukunft möglich sind, braucht es aber verlässliche Rahmenbedingungen. Das soll mit der erdachten Streaming-Abgabe möglich sein. Die Steuer von Netflix, Disney+ & Co soll direkt in die Filmwirtschaft Österreichs fließen. In Frankreich wurde die sogenannte "Stream-Tax" in der Höhe von 5,5 Prozent des im Land erzielten Umsatzes längst eingeführt und bringt jährlich zwischen 120 und 150 Millionen Euro ein. Dieses Geld wird direkt an das CNC, das Centre National du Cinéma et de l'image animée, weitergeleitet, um die Produktion französischer und europäischer Filme, Serien und audiovisueller Werke zu finanzieren. Wie machen es also die anderen? Der "kulturMONTAG" hat sich in der französischen Filmszene umgehört und auch österreichische Filmemacher:innen, die mit Frankreich koproduzieren, um eine Analyse gebeten. Vorbote der Zukunft – Die Metamorphosen der Pyramide in Tirana Lange galt Albanien als weiße Landkarte Europas: abgeschottet und geheimnisvoll, korrupt und krank vom Kommunismus. Noch wird das Land, das 2030 die Vollmitgliedschaft in der EU erreichen will als Geheimtipp gehandelt. Das Balkanland boomt wie kein anderes in der Region. Der Wandel Albaniens zeigt sich in der Hauptstadt Tirana besonders deutlich. Sozialistische Plattenbauten treffen auf moderne Hochhäuser, kommunistische Vergangenheit auf eine weltoffene Zukunft. Es ist eine Stadt der Gegensätze, historisch, politisch und kulturell. Ein markantes Bauwerk der rund 600 000 Einwohner zählenden Hauptstadt ist die Pyramide, die wie kein anderes Gebäude den Neuanfang Albaniens symbolisiert. Für die Bevölkerung hat das ungewöhnliche Monument auch eine starke symbolische Funktion, da es den Sieg des Volkes über den Kommunismus darstellt. Die 1988 von einer Gruppe von Architekten aus Tirana entworfene brutalistische Pyramide wurde in den letzten Tagen des verhassten Regimes errichtet. Sie sollte ein Mausoleum für den kommunistischen Diktator Enver Hoxha sein. Eine Gedenkstätte für einen Diktator, der sein Land mit militärisch sinnlosen Bunkern überzog und Albanien durch seine Autarkie-Politik zum rückständigsten Land in Europa machte. Mit dem endgültigen Sturz des Kommunismus im März 1992 wurde das Museum verwüstet; in weiterer Folge diente es sogar der NATO als Stützpunkt, beherbergte Fernsehstudios, Nachtklubs und stand jahrelang leer – sogar der Abriss wurde überlegt. Doch 2021 erhielt der niederländische Architekt Winy Maas den Zuschlag für die Revitalisierung des Bauwerks, das im Oktober als Jugendzentrum eröffnet wurde. Der "kulturMONTAG" auf den Spuren einer Wandlung.